Tradition und Moderne:
Die Geschichte des Hauses „Bodabeck“

Tradition wird im Handwerk – aus gutem Grunde – groß geschrieben. Die Tradition unseres Hauses beginnt vor bald 150 Jahren, im Jahr 1861.

Der junge Bäckermeister Thomas Rebholz gründet in seinem Haus, Ecke Hauptstraße – Baumgartenweg, unweit des Gasthofes „Adler“ eine Bäckerei. Die Backstube, wahrscheinlich zugleich auch Ladenraum, liegt zu ebener Erde, also am „Boden“. Und schon hat der Handwerksbetrieb seinen Hausnamen: „Bodabeck“.
Ein guter Name bis zum heutigen Tag.

Elf Jahre später, 1872, tauscht die Bäckersfamilie Haus und Standort mit der Familie des Metzgers Michael Gulde und zieht in deren 1857/58 gebautes Haus, den heutigen Standort, in der „Hohlgasse“ gegenüber dem Gasthof „Hirsch“.
Obwohl es in jener Zeit in dem kleinen Ort noch einige weitere Bäcker gibt, kann sich der „Bodabeck“ halten – sicher ein Zeichen auch, dass bereits damals die Qualität stimmte. Der kleine Betrieb ernährt, zusammen mit der nebenher betriebenen Landwirtschaft, die Familie.

Um die Jahrhundertwende übernimmt der Sohn Gerold (der Erste) den Handwerksbetrieb. Dass sich handwerkliche Tradition und Neues nicht ausschließen zeigt, dass der „Bodabeck“ 1906 als erster Privatmann elektrisches Licht in seinem Haus einführt.
Die nächsten Jahrzehnte sind geprägt von großen Schwierigkeiten. Gerold Rebholz, Familienvater mit sechs Kindern, muss als Soldat in den Ersten Weltkrieg; der Betrieb geht in sehr eingeschränkter Form dennoch weiter, auch in schweren Zeiten vor und während des Zweiten Weltkrieges.

1951 übernimmt der Sohn Gerold (der Zweite) mit seiner Frau Rosa das Geschäft. Mit zähem Fleiß schaffen sie es, die Bäckerei voranzubringen. Ein neuer Backofen wird eingebaut, ein kleiner Ladenraum, in dem in bescheidenem Umfang auch Handelsware verkauft wird, entsteht. War bis in die fünfziger und sechziger Jahre ein Gutteil des Geschäftes noch Lohnbäckerei – viele Kunden, meist aus der Landwirtschaft, bringen Mehl, Eier oder gar den fertig gekneteten Teig und lassen „ihr“ Brot und „ihren“ Zopf backen, wandelt sich dies danach. Gefragt ist mehr und mehr die professionelle Vielfalt des Bäckerhandwerks, gefragt ist das knusprige Brötchen und die Brezel für den Frühstückstisch.

1966 beginnt der heutige Geschäftsinhaber seine Lehre in der väterlichen Backstube, erwirbt wenige Jahre später seinen Meisterbrief. Der Betrieb expandiert und 1974/75 kommt die erforderliche Ausweitung. Das landwirtschaftliche Gebäude wird abgebrochen, die Landwirtschaft war schon 1962 aufgegeben worden, an die Stelle von Scheune und Stall tritt das heutige Geschäftshaus. Der Geschäftsumfang nimmt zu, Lehrlinge, Gesellen und Verkäuferinnen werden eingestellt: der Wandel vom reinen Familienbetrieb zum Kleinunternehmen ist vollzogen.

1991 geht die Geschäftsleitung beim „Bodabeck“ mit Gerold (der Dritte) Rebholz und seiner Frau Liane bereits in die vierte Generation. Sie investieren laufend um die technische Ausstattung der Backstube ständig auf dem neuesten Stand zu halten: Ein neuer Backofen wird eingebaut; 2006, zum 145jährigen Jubiläum, der Ladenraum neu gestaltet.

Unter dem Motto „Backen mit L(a)eib und Seele“ ist das „Bodabeck-Team“, Inhaber und Mitarbeiter, heute wie vor fast 150 Jahren bestrebt, dem Kunden Backwaren in Vielfalt und Frische in handwerklicher Qualität zu bieten.

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Heute: Bäckerei Rebholz heute – der Bäcker für Ihre Wünsche

Namensgebendes Geschäfts-
haus - später Metzgerei Gulde

1920 - Haus in der "Hohlgasse"

1933 - Gerold I mit seinen
Söhnen Thomas und Gerold II